Montag, 28. August 2006 14:11 Kuala Lumpur, Malaysia. Ich sitze also wieder auf der Couch und schreibe vor mich hin. Eigentlich sollte ich ja runter gehen um einzukaufen. Ich bin hungrig und damit ich Müsli essen kann muss ich runter gehen und Müsli kaufen und damit ich am Abend kochen kann muss ich runter gehen und Gemüse kaufen und Mehl und Eier und Milch und Butter und so. Ich habe mir gedacht, es wäre eine gute Idee wenn ich mal Kaiserschmarren machen würde. Dazu muss ich allerdings auch einkaufen gehen.
Peter ist gerade heim gekommen. Ich sitze noch immer auf der Couch. Er sagt, er wird gleich mit Jenny oder mit Yann essen gehen. Ich bin auch hungrig. So was. Ich hab ja nichts gegen das Einkaufen, bloß der Weg dort hin ist so lang und ich muss ja auch wieder zurückgehen. Mit dem schweren Einkauf in der Hand. Das ist ganz und gar keine feine Sache.
Jetzt ist er wieder weg. So schnell ging das. Und ich sitze noch immer hier auf meiner Couch. Ich sollte einkaufen gehen, doch ich mag die Schlepperei nicht. Ich möchte essen, doch ich mag nicht kochen. Ach. Ich sollte telefonieren, doch ich fürchte mich. Schon zweieinhalb Stunden sind vergangen seit ich aufgewacht bin und ich hab’ eigentlich noch nichts gemacht, außer Wasser zu kochen und gekochtes Wasser in Flaschen abzufüllen. Das macht Spaß. Das ist etwas, das ich echt gern tue. Leitungswasser in den Wasserkocher füllen. Wasser kochen. Heißes Wasser in Flaschen oder Kanister füllen. Das ausgekühlte Wasser aus den verbeulten Flaschen oder Kanistern in neue schöne Flaschen füllen. Das ist einfach super. Die neuen Flaschen werden jedes Mal ausgewaschen bevor sie wieder befüllt werden. Das Wasser wird mit meinem Granderstab energetisiert. die vollen Flaschen kommen in den Eiskasten, oder wenn dieser voll ist werden sie in einem Kasterl in Reihe und Glied aufgestellt. Schon schön. Es macht einfach Spaß. Wieder frisches Wasser einfüllen, umrühren damit es energetisiert wird und einschalten. Dann ein paar Minuten was anderes tun und klick, das Wasser kocht. Dann kann ich es wieder abfüllen und neues Wasser in den Kocher füllen. Das ist einfach toll. Das mache ich immer am Wochenende, eigentlich am Sonntag, doch gestern war ich den ganzen Tag auf dem Seminar und am Abend konnte ich nur noch ein paar Liter Wasser kochen. Gesamt habe ich jetzt elf Flaschen frisches Wasser abgefüllt, das sind sechzehneinhalb Liter. Und dann habe ich jetzt wieder einige Liter Leitungswasser gekocht, damit ich nächsten Sonntag schon welches habe das gekocht und kalt ist und nur noch erneut energetisiert und in Flaschen abgefüllt werden muss. Ach, das könnte ich einfach den ganzen Tag lang tun. Das ist eine der Sachen, die mir Spaß machen. Bloß verdient man damit kein Geld. Oder doch? Nein, leider nicht. Das ist wirklich was Schönes. Ich könnte das den ganzen Tag lang tun. Da bin ich so richtig in meinem Element. Jetzt muss ich eh wieder zu meinem Wasser. Bis gleich.
Einfach toll. Ich liebe das. Wasserkochen ist so schön. Da ist meine kleine Welt richtig heil. Ich esse gerade einen köstlichen Proteinriegel. Na ja, sonst schmecken sie mir hier nicht, bloß bin ich schon so hungrig.
Es ist ganz schön viel Arbeit all die alten Einträge umzubenennen und sie durchzulesen und Tippfehler auszubessern und so. Und dann gibt es auch noch Einträge, die ich nur im Internet habe und daher erst auf den Computer speichern muss bevor ich sie in mein Buch einfügen kann. Ganz schön viel Arbeit. Aber wenigstens ist dann alles einheitlich, anständig und perfekt.
Ich habe mir schon überlegt was ich jetzt noch so tun soll. Ob ich in meiner Vergangenheit herumkramen soll? Oder ob ich jetzt lieber einkaufen gehe und dann mal esse? Ach, es ist wirklich mühsam da runter zu gehen und den Einkauf zehn Minuten lang zu tragen. Letztes Mal hab ich mir einen Rucksack mitgenommen. Das war besser. Doch tragen muss ich es so oder so. Und das freut mich einfach nicht. Und ich sollte eigentlich arbeiten. Ich sollte eigentlich Geld verdienen. Ja, genau. Wah, ich spüre es. Ich werde verrückt. Ich drehe vollkommen durch. Na warte nur, ich krieg’ dich noch!
Ich werde mal Kim ein SMS schreiben. Das ist eine gute Idee. Werde sie mal fragen was sie macht. Genau. Wer kann mir helfen? Ich will wen der mir hilft mein Leben in den Griff zu bekommen. Das ist es was ich will. Jemanden, der sich vierundzwanzig Stunden am Tag um mich kümmert. Das soll nicht heißen, dass ich ein kleines Kind bin und nichts mehr selbst tun kann. Nein, ich möchte bloß jemanden haben der um mich herum ist und der mir hilft das zu tun was ich tun sollte. Einfach jemanden, der mir hilft mich zu überwinden. «Wieso nimmst du nicht dich selbst? Du bist immer bei dir und du könntest dir auch gut helfen dich zu überwinden, da du genau weißt was das Problem ist.» Ich habe schon versucht mich selbst zu coachen, doch das funktioniert einfach nicht. Ich habe schon versucht es mit mir selbst zu regeln. Ich habe schon Rollenspiele mit mir selbst gemacht, mir angeschafft was zu tun ist und dann es getan, oder eben mich geweigert es zu tun, oder halt tausend andere Sachen zuerst getan, weil ich mich davor gefürchtet habe. Ich kann mir also selbst nicht helfen mich zu überwinden. So einfach ist das. Punkt.
In letzter Zeit werden meine Einträge wieder länger. Wer weiß ob das gut ist. Ich denke mal es ist vielleicht schwerer zu lesen weil es so viel und so lang ist, doch besser ich schreibe in einem durch wenn mir gerade etwas durch den Kopf geht als ich unterbreche mich andauernd um es in viele kleine portionierte Einträge zu verpacken. Das würde nur mühsam werden. Genau. Es ist schon interessant, mein Stil zu schreiben, mein Stil zu gestalten, was ich schreibe, wie oft ich schreibe, einfach alles - es ändert sich permanent.

Keine Kommentare: