Mittwoch, 23. August 2006 13:26 Kuala Lumpur, Malaysia. Die Kopfschmerzen waren jetzt, nach dem Aufstehen fast weg, kommen aber gerade wieder zurück. Die Schluckbeschwerden sind schlimmer geworden und tun mittlerweile schon so richtig weh. Und meine Gelenke schmerzen auch ganz nett. Nun,...
Ich denke es wird das Beste sein wenn ich einfach zur nächsten Apotheke gehe und mir etwas gegen Fieber und auch ein Mittelchen gegen geschwollene Mandeln besorge. Vielleicht irgendwas gegen Grippe. Wer weiß, vielleicht kann ich dort auch was gegen schlechte Stimmung bekommen. Ich sollte mir zuerst eigentlich mal überlegen was ich haben will. Wenn ich ehrlich bin, finde ich es nicht sinnvoll etwas gegen meine geschwollenen Mandeln zu nehmen, da meine Mandeln ja nur anzeigen, dass etwas nicht stimmt. Es wäre wie bei einem Kraftwerksalarm, wenn man anstatt zu laufen auf die rot leuchtende Lampe an der Wand und auf die Sirene an der Decke schießt. Das beruhigt vielleicht im ersten Moment weil alles wieder friedlich aussieht, doch das dicke Ende kommt bestimmt. Ja, was soll ich also kaufen? Grundsätzlich gefällt mir der Gedanke dafür Geld auszugeben überhaupt nicht. Ich hab’ mir auch schon überlegt es mit einem großen Schluck Vodka zu probieren. Das hatte schon mal geholfen, doch ich würde mich nicht darauf verlassen. Was mir wohl mehr geholfen hat, war intensive körperliche Anstrengung. Ja, das ist es also. Ich muss das Gift aus meinem Körper rausschwitzen. Gute Idee. Das werde ich also machen. Ja, genau. Also fein, heute und morgen werde ich versuchen die Krankheit aus meinem Körper rauszuschwitzen. Außerdem vergehen zwei Tage und die Zeit heilt auch so manche Wunden. Und wenn ich freitags aufwache und er noch immer weh tut, seine Gelenke noch immer schmerzen und er noch immer nicht normal schlucken kann, dann gehe ich Medikamente kaufen und füttere ihn damit. Feine Sache.
Und ich denke mir, es wird mir auch gut tun, wenn ich mich um die Arbeit kümmere und Flyer verteilen gehe. Ich sollte einfach wieder am Nachmittag nach Titiwangsa fahren, dort war es nett. Ich sollte mich einfach nicht darum kümmern was andere machen, oder nicht machen. Ich sollte einfach selbst meine Sachen in die Hand nehmen und etwas mehr selbstbestimmt arbeiten. Das ist es. «Das sag’ ich dir ja schon immer.» Ich weiß, ich weiß. Doch nur allzu oft weigere ich mich das auch zu tun. Weshalb weiß ich nicht. «Okay. Wieso gibst du so oft vor etwas nicht zu wissen? Ist es bequem sich zu drücken vor Antworten indem man vorgibt etwas nicht zu wissen? Scheint es leichter zu sein Unwissenheit vorzugeben um Verantwortung abzugeben?» Du bist ziemlich direkt heute. Ja, du hast recht. Ich wollte schon sagen, dass du vermutlich recht hast. Doch das ist auch nur eine Abschwächung, die bis zu einem gewissen Grade Unwissenheit oder Verleugnung von Wissen bedeutet. Du hast recht, es ist gar nicht immer so leicht das was man denkt klar zu sagen und das was man weiß klar zu sagen und dazu zu stehen. Es ist gar nicht immer so leicht das zu tun wovon man weiß, dass es wichtig ist. Und wieso bin ich eigentlich der Meinung, dass es „gar nicht immer so leicht“ ist? Wer hat mir diesen Gedanken zugesteckt? Ist das meiner? Wieso macht man sich selbst durch so etwas krank? Wieso verleugne ich mein Wissen?

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