Dienstag, 5. September 2006 14:14 Kuala Lumpur, Malaysia. Nun, hallo! Und einen schönen guten Morgen. Ich bin soeben aufgestanden und bin schrecklich hungrig. Ich werde jetzt gleich frühstücken. Johnny hat mir gestern ein paar CDs vom Fedrigotty gegeben. Entspannende Klänge, oder Natursound wie etwa Wasserrauschen, und die sind dann mit beinahe unhörbar leiser Stimme unterlegt. Jede der CDs hat ein eigenes Motto, und die Stimme flüstert unheimlich leise dazu passende Suggestionen. Eine tolle Idee. Als Johnny mir davon vor ein paar Tagen, vielleicht auch Wochen, erzählt hat, war ich total davon begeistert. Ich habe ja selbst mehr oder weniger schon so etwas versucht. Kann ich mich doch noch genau erinnern als ich vor nicht allzu langer Zeit selbst meine Stimme aufgenommen habe und die Aufzeichnung unheimlich leise auf Endlosschleife hab’ laufen lassen. Es hat mich daher verblüfft und erfreut, dass jemand dieselbe oder zumindest eine ähnliche Idee hatte. Die Übermalung mit sanfter Musik ist auch gut. Eine feine Sache. Ab nun läuft dann also eine CD nach der anderen. Ich habe sie alle auf meinen Computer kopiert. Mit möglichst viel Frequenzbereich und halt mit hoher Qualität, in der Hoffnung dass nichts verloren geht. Natürlich bin ich sofort bereit die CDs zu kaufen. Gar keine Frage. Ich habe ja auch die Artikelnummern gesehen und von da her ist mir klar, dass Johnny zwar acht dieser CDs hat, es aber vermutlich noch mehr als zwei Mal so viele gibt. Ich möchte also wenn ich das Geld dafür habe die restlichen CDs kaufen, sofern mich das Thema anspricht.
Was mache ich jetzt also mit diesem angebrochenen Tag? Zuerst werde ich frühstücken und Vitamine nehmen.

Sehr gut. Ich habe also meinen Shake getrunken und habe meine Vitamine genommen. Johnny ist gerade aufgestanden, er ist noch immer krank. Ich habe mir selbst also so Druck gemacht wegen den Leuten von den Flyern, die ich nicht zurückgerufen habe. Und dann hatte ich die rettende Idee - die Lösung: Ich verteile einfach neue Flyer und bekomme neue Anrufe. Ich lasse das einfach los. Das ist passiert, fein. Das ist vorbei. Neues Spiel, neues Glück. Ich erschaffe es also neu, in einer neuen Zeiteinheit. Ich darf nicht immer in Altem feststecken. Immerzu die alte Erinnerung wieder erleben, so krank. Was will ich also machen mit dem schönen Tag? Ich sollte mir mal die blaue Mappe schnappen und schauen was es noch zu tun gibt. Und in zwei Stunden möchte ich Flyer verteilen. Okay, Deal. Ich werde kurz vor fünf Uhr also aufbrechen um Flyer zu verteilen. Das ist eine sehr gute Idee. Und bis dahin kann ich all das tun was mir Spaß macht. Ich kann jetzt mal wieder ein Bisschen Wasser kochen. Peter ist eben heim gekommen und plaudert nun mit Johnny.

Ach, ich bin etwas müde. Eigentlich ist mir gar nicht danach raus zu gehen und zu arbeiten. Fein. Was soll ich also tun? Ich sollte zu Izzi gehen und meine Einträge veröffentlichen. Das ist immer eine gute Idee. Tja. Doch das ist auch irgendwie fad. Ich werde jetzt also mal an meinem Buch weiter arbeiten und dann werde ich schon noch was finden, das ich tun kann. Vielleicht freut es mich ja wirklich heute zu arbeiten und ich schaffe es raus zu gehen und meinen Job zu tun. Das wäre einfach toll.

Nun, bevor ich also weitere Einträge in mein Buch einfüge, bevor ich also aktuelle Einträge einfüge, sollte ich zuerst die alten nehmen. Ich sollte mir also wirklich mal die Zeit nehmen um die hundert oder etwas mehr Einträge aus dem Internet auf meinem Computer abzuspeichern. Ja, das ist es. Wie lange wird das denn dauern? Fünf Minuten pro Eintrag? Länger? Zehn? Zehn ist unrealistisch. Nehmen wir sieben Minuten an. Es werden so cirka einhundertunddreißig Einträge sein die ich momentan nur im Internat habe. Das heißt also einhundertdreißig mal sieben. Das ist doch eine ganze Menge. Nun, was tun? Jeden Tag fünf Einträge bearbeiten, dann bin ich in weniger als einem Monat fertig. Was könnte ich noch tun? Ich könnte mich zwei Tage lang fulltime zum Izzi setzen und dann wäre ich auch fertig. Ja, das ist eine feine Idee. Mir ist aufgefallen, dass ein Großteil meines Tagebuchs hier in KL geschrieben wurde. Ich sollte unbedingt den Laptop mitnehmen wenn ich ins Ausland fahre, nur damit ich dort einen kurzen Eintrag schreibe, um zu zeigen dass ich im Ausland bin. Nur so zum Angeben, du weißt schon. Ich werde also noch was essen.

Zwetschken aus Penang, herrlich. Mein Hunger ist fürs Erste gestillt. Ich musste gerade feststellen, dass ein Großteil der Sachen die man tun kann Geld kostet. Nun, ein Bisschen Zeit habe ich ja noch und es scheint dass es gleich zu regnen anfangen wird. Ich werde mir also ein Buch schnappen und lesen, das tut immer gut. Außerdem habe ich heuer viel zu wenig gelesen. Das Jahr ist schon fast um und ich habe gerade mal zehn Bücher gelesen. Oder vielleicht elf. Jedenfalls liege ich weit hinter meinem sonst üblichen Schnitt. Ich werde also lesen. Genau. Ich dokumentiere also Schritt für Schritt meinen Tag, alles was ich denke, alles was ich tue, jede Bewegung.

Gekocht, gegessen, mit Johnny geplaudert. Und eigentlich freut es mich gar nicht jetzt noch zu arbeiten. Es ist bald sechs Uhr. Ach, wie schnell die Zeit vergangen ist ohne dass ich irgendetwas getan habe. Johnny ist krank und zu hause und schläft. Peter sitzt am Balkon und macht Internetkram und ich fühle mich alleine und gestresst, weiß dass ich arbeiten sollte und tue es nicht. Schon ein seltsames Leben.

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