Exakter Erstellungszeitpunkt leider unbekannt. Meine neuste Erkenntnis über Stimmungsschwankungen, Schlafmangel und deren Zusammenhang. Gestern, es war bereits fünf Uhr zwanzig, als ich zu Bett ging stellte ich meinen Wecker auf sieben Uhr, schloß die Vorhänge, drehte das Licht ab und fürchtete mich weil es so dunkel war... Also drehte ich das Nachttischlämpchen wieder auf und ging schlafen. Um zehn Uhr, weniger als fünf Stunden später, weckt mich eine Bursche vom Housekeeping und fragt nach meiner Wäsche. Ich, total verschlafen, mitten aus einem Traum gerissen, und wahrscheinlich auch sehr zerknittert, deute auf den Schmutzwäschesack neben der Tür. Ich bin so dankbar, dass er mich geweckt hat. Meine Stimmung ist ausgezeichnet. Ich fühle mich großartig, wie ein Winner. Mein Kopf ist schwer, meine Lider ebenso. Mein Kopf sinkt zurück aufs Kissen und ich werde ins Land der Träume gesogen. Nun, kurz nach dreizehn Uhr, ich fühle mich: „Du hast schon wieder verschlafen. Du hast es schon wieder nicht geschafft. Wieso bist du bloß noch mal eingeschlafen? Wieso bloß? Es ging dir so gut in der Früh. Ach verdammt! Der Tag ist um! Du bist ein Loser!“ Eigentlich bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich mich so fühle oder ob mich lediglich die Stimme in meinem Kopf so fühlend machen will. Tja, eigentlich sollte ich jetzt schon auf einem Meeting sein, dass vor einer halben Stunde begonnen hat.
Was ich heute allerdings wirklich wieder mal festgestellt habe: Wenig Schlaf, gute Stimmung. Weniger Schlaf, bessere Stimmung. Von „kein Schlaf“ ist abzuraten, da die nächste Müdigkeit dann mit noch größerer Gewissheit kommt. Liegenbleiben und weiterdösen verursacht das schlechte Gefühl. Die Augen noch mal zu machen verursacht das schlechte Gefühl. Das Weiterdösen, das Noch-Mal-Umdrehen und das schlechte Gefühl sorgen mit tödlicher Sicherheit für Niedergeschlagenheit, Resignation, Regenwetterstimmung und... Und so entsteht für mich letztlich dann ein guter oder ein schlechter Tag. Zwar nicht alles, das Meiste allerdings, entscheidet sich für mich in der Früh - stehe ich gleich auf oder nicht - schaffe ich es oder nicht - und ich bin es wirklich leid jeden Tag ganz unten am Boden des tiefen schwarzen Loches zu beginnen und mich mühsam ein Stückchen hinaufzuarbeiten um am nächsten Morgen erneut hinunterfallen zu können.

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