Noch 80 Stunden und 24 Minuten bis Malaysia! Vitamine genommen. Malsachen weggeräumt. Einen Krug abgewaschen. Spannendes Leben, oder? Wah, wie ich diese ganzen Kleinigkeiten, alles Schnickschnack, hasse. Jetzt gerade freut es mich nicht irgendetwas zu tun, ich komme mir gerade schrecklich einsam vor. Ganz alleine in meiner Wohnung. Da fällt mir ein, morgen am Abend ist ja schon wieder das Meeting. Und ich hab wieder mal keine Gäste dort. Weil ich habe schon wieder eine Woche lang nicht gearbeitet. Fabio hatte recht als er mir riet, mir einen Teilzeitjob zu suchen, nebenbei, zusätzlich, um meine Fixkosten zu decken. Und um einen geregelten Tagesrhythmus zu bekommen. Keine Schlechte Idee. Ja, das werde ich tun wenn ich aus Malaysia zurück bin. Und ich sollte mir wirklich mal Gedanken machen wo ich hin will. Sonst komm’ ich vielleicht nirgends an. Sonst treibe ich weiter so planlos herum. Vielleicht liegt es an dieser Wohnung, dass ich nicht weiterkomme, das könnte sein. Die Wohnung hat mal meinem leiblichen Vater gehört, wir haben schon lange keinen Kontakt mehr, und es wäre erklärlich, dass das Umfeld, die Umgebung mich einfach permanent unterbewusst an ihn erinnert. So was kann einen krank machen, gerade bei so einem Scheißkerl (verzeih, du weißt, für gewöhnlich drücke ich mich etwas gepflegter aus) wie ihm. Oder vielleicht liegt es zusätzlich noch an den Nachbarn hier, die sind entweder krank, so richtig, sehen so seltsam aus, als wären sie Schrumpfköpfe oder andere als ob sie schachtelweise Antidepressiva fressen würden. Und jene, die nicht belämmert aussehen sind einfach nur wirklich seltsam. Dieses Umfeld hier ist krank. Auf eine erschreckende Art und Weise muss ich nun wohl nach und nach feststellen, dass eine sonderbare Energie diesen Ort umgibt, die alles in Tod und Untergang taucht.

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